Profil anzeigen

Spreeblick Weekly #24

Merhaba, mir fällt es nach rassistisch motivierten Morden wie denen in Hanau besonders schwer, mich d
Spreeblick Weekly
Spreeblick Weekly #24
Von Johnny Haeusler • Ausgabe #24 • Im Browser ansehen
Merhaba,
mir fällt es nach rassistisch motivierten Morden wie denen in Hanau besonders schwer, mich dem Alltag zuzuwenden, obwohl ich weiß, dass es niemandem hilft, wenn ich verzweifelt bin. Es ist mir aber ein Bedürfnis, hiermit mein ehrliches Beileid und Mitgefühl an alle Betroffenen auszusprechen. Und mein Entsetzen über die Tat.
Und es ist mir auch ein Bedürfnis, meiner Hilflosigkeit Ausdruck zu verleihen. Wenn es den Sicherheitsverantwortlichen anscheinend nicht möglich ist, uns nachhaltig vor Rechtsradikalen zu schützen, und wenn es auch nicht möglich zu sein scheint, die Personen, Partei(en) und Medien zur Rechenschaft zu ziehen, die für solche Verbrechen seit vielen Jahren den Boden bereiten … was bleibt dann? Die nächste Demo? Der nächste Hashtag?
Wie viele Neonaziversammlungen, rechtsradikale Übergriffe und Social-Media-“Kommentare”, wie viele aufstachelnde Titelseiten und Artikel, wie viele hetzende “SharePics” voller Lügen können wir noch verkraften und zulassen, weil wir so tolerant sind gegenüber dem Hass, der Intoleranz, dem gesellschaftlichen Gift? Wie lange kann eine Demokratie hilf- und tatenlos bleiben gegenüber denen, die sie abschaffen wollen? Wie reagieren Menschen auf Menschenfeinde, wenn die vorhandenen Mittel des Rechtsstaates zu versagen scheinen?
Das Ziel von Terror ist klar: Chaos stiften. Für Unruhe und Angst sorgen. Manche Rechtsradikale sehnen sich einen “Bürgerkrieg” herbei, aus dem sie als “Gewinner” hervorgehen wollen. Mir fallen nicht einmal mehr Adjektive für ein solches Denken ein.
Und ich kann mir nicht annähernd vorstellen, was das alles für die Menschen bedeutet, die in täglicher Angst leben, weil ihr Aussehen, ihre Religion, ihre Sprache, das eigene oder das Geburtsland ihrer Vorfahren sie zu Zielscheiben von hassgetrieben Tätern und Mittäter*innen macht, die schon lange den hässlichen Worten brutale Verbrechen folgen lassen.
Das muss aufhören.

POP
POLITIK
PRODUKTE
POSITIONEN
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Johnny Haeusler

Der Spreeblick ins Netz. Etwa einmal wöchentlich. Vermutlich.

Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Spreeblick, Willibald-Alexis-Str 20, 10965 Berlin-Kreuzberg